Dass ich meinen Weg zur systemischen Therapie gefunden habe, habe ich meinen Freunden Beate und Peter zu verdanken, die mich im wahrsten Sinne des Wortes überredeten, an einem Aufstellungsseminar teilzunehmen und die Methode kennen zu lernen. Dies war zu einer Zeit, zu der mich die Lasten, die ich mir selbst unbewusst auferlegt hatte, schier zu erdrücken drohten.
Als absolute Verfechterin der Schulmedizin, die ich damals war, und als Wissenschaftlerin zeigte sich mir die Methode an diesem Tag äußerst befremdlich. Da ich jedoch trotz intensiven Bemühens und Ausprobierens keine anderweitige wirkliche Hilfe fand, wagte ich es, eine Aufstellung für mich zu machen – und es war einfach nur gut! Die Wirkung der Aufstellung entfaltete sich ganz wunderbar und leise. Plötzlich wurden viele Dinge einfacher und manche Probleme existierten nicht mehr.
Nach einigen Jahren der bereichernden Arbeit mit Aufstellungen für mich selbst, reifte in mir der Wunsch, anderen Menschen mit dieser Methode helfen zu wollen, ebenso glücklich und zufrieden zu werden. Mit Dr. Christoph Nitschke und Prof. Dr. Franz Ruppert fand ich zwei Lehrer, die mich beide auf ihre ganz eigene Art auf meinem Weg zur Aufstellungsarbeit begleiteten und begleiten.
Als Volkskundlerin, die an einem Kunstmuseum wissenschaftliche Mitarbeiterin war, die an der Universität in einem Forschungsprojekt mitgearbeitet hat und die als Arbeitsvermittlerin bei der Agentur für Arbeit die Bandbreite unserer Gesellschaft kennen lernen durfte, ist mir die Methode der qualitativen Herangehensweise mehr als vertraut. Ich konnte in meiner sehr breiten Berufserfahrung intensiv lernen, mich auf die jeweiligen individuellen Persönlichkeiten zu konzentrieren und das Individuum mit allem, was es ausmacht, in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen: den Künstler, der Anspruch auf eine ganz eigene Ausstellung hatte; die Personen, die mit ihrer ganz eigenen Meinung im Forschungsprojekt gehört und berücksichtigt werden wollten; die Arbeitsuchenden, die alle ein ganz eigenes individuelles Schicksal mitbrachten und dementsprechend beraten werden wollten. All dies war eine gute Vorbereitung für die systemische Aufstellungsarbeit, für den Blick auf die jeweils ganz eigenen und individuellen Ursachen für Beschwerden. |